21. April 1975 – Der Tag, an dem meine Geschichte begann
Montag, 21. April 1975. Ostermontag.
Ein Frühlingstag in Tirol.
Die Natur erwachte gerade aus ihrem Winterschlaf. Die Wiesen wurden wieder grün, die Obstbäume standen in voller Blüte und über den Bergen lag noch ein Hauch von Schnee. Die Tage wurden länger, die Sonne gewann an Kraft und überall begann neues Leben.
Genau an diesem Tag begann auch meine Geschichte.
Für die Welt war es ein ganz gewöhnlicher Ostermontag. Für meine Familie wurde es einer der schönsten Tage ihres Lebens. Niemand konnte damals wissen, welche Wege ich einmal gehen würde. Niemand wusste, welche Menschen ich kennenlernen, welche Träume ich verwirklichen und welche Spuren ich hinterlassen würde.
Aus dem kleinen Buben vom Bauernhof wurde ein Mann, der das Leben liebte.
Ich durfte eine wundervolle Kindheit erleben, Freundschaften schließen, lachen, arbeiten, reisen und Musik für mich entdecken. Holz wurde zu meiner Leidenschaft, Gitarren zu meinen treuen Begleitern und der Blues zu einer Sprache, die oft das ausdrückte, wofür Worte nicht ausreichten.
Später durfte ich meine große Liebe Sabine kennenlernen. Gemeinsam bekamen wir das größte Geschenk unseres Lebens – unsere Tochter Lena.
Es gab unzählige glückliche Momente. Aber auch schwere Zeiten. Die Krankheit stellte vieles auf den Kopf. Und doch hat sie mir eines gezeigt: Das Wertvollste im Leben kann man weder kaufen noch festhalten.
Zeit.
Liebe.
Gemeinsame Augenblicke.
Heute blicke ich auf mein Leben mit Dankbarkeit zurück.
Danke an meine Mama, die mir den Weg ins Leben geschenkt hat.
Danke an meine Frau Sabine, die mich durch gute und schwere Zeiten begleitet hat und immer an meiner Seite war.
Danke an meine Tochter Lena. Du bist mein ganzer Stolz. Ich hätte mir keine wundervollere Tochter wünschen können. Wenn du lächelst, dann lebt ein Teil von mir immer weiter.
Danke an meine Familie, meine Schwester, Verwandten, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen und an alle Menschen, die mich auf meinem Weg begleitet haben.
Danke für jedes Lächeln.
Für jede Umarmung.
Für jedes Gespräch.
Für jede helfende Hand.
Für jeden Geburtstag, an dem ihr an mich gedacht habt – mit einer Nachricht, einem Anruf, einem Besuch oder einfach nur mit einem stillen Gedanken.
Man glaubt oft, ein Geburtstag sei nur ein weiterer Tag im Kalender.
Heute weiß ich: Jeder Geburtstag war ein Geschenk. Nicht wegen der Geschenke oder der Kerzen auf der Torte, sondern weil ich ihn mit Menschen verbringen durfte, die mein Leben bereichert haben.
Wenn ihr irgendwann wieder den 21. April im Kalender seht, dann denkt nicht zuerst an mein Alter.
Denkt an das Leben.
Geht hinaus in die Natur. Hört das Rauschen eines Flusses. Spürt den Wind. Nehmt eure Gitarre in die Hand oder legt einen alten Blues auf.
Umarmt die Menschen, die ihr liebt.
Sagt ihnen, dass sie euch wichtig sind.
Lacht gemeinsam.
Denn genau das ist es, was am Ende bleibt.
Nicht die Jahre zählen.
Sondern die Geschichten, die wir miteinander geschrieben haben.
Und wenn irgendwo am Green River ein alter Blues erklingt, dann setzt euch einen Moment hin.
Vielleicht sitze ich dort schon, lächle euch zu und denke mir:
“Was für ein schönes Leben das war.”
